Der Beitrag von Premiumverpackungen zum Umweltschutz


Als Entwickler und Produzent von Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen zählt Bruno Ritter Verpackungen (ritterbox.de) seit über 70 Jahren zu den qualitativen Marktführern für Premiumverpackungen. Seit vielen Jahren schon beschäftigt sich das Haus intensiv mit ökologischen Aspekten solcher Verpackungen. Eine der Spezialitäten sind Edel- bzw. Luxusverpackungen.

Die Digitalisierung aller Bereiche des Lebens und die Nachhaltigkeitsdebatte sind bis vor kurzem die dominanten Themen unserer Welt gewesen. Diese Megatrends werden auch dann wieder in den Vordergrund treten, wenn die derzeitige Coronadiskussion nicht mehr alles blockiert. Für Anbieter von Premium-Konsumgütern lohnt es sich mehr denn je, über die Sinnhaftigkeit der Edelverpackung bzw. Luxuskartonage nachzudenken, damit man für die“ Zeit danach“ gerüstet ist.

Welchen Beitrag kann die Premiumverpackung zur Realisierung ökologischer Zielsetzungen leisten? Lassen sich mit dem Einsatz von Edelverpackungen gleichzeitig die ökonomischen Unternehmensziele besser erreichen? Und warum kann es sinnvoll sein, diese Verpackungen in Deutschland zu fertigen?


1. Haptik als Rettung aus der digitalen Informationssteppe

Unsere tägliche Arbeit reduziert sich mehr und mehr auf das Wahrnehmen und Bearbeiten visueller Bildschirminhalte. Realität und Schein verschmelzen. Andere Sinne, wie der Berührungssinn, kommen seltener zum Einsatz. Hier liegt die große Chance des haptikorientierten strategischen Marketings. In dem wegweisenden Buch „Touch“ von Olav Hartmann und Sebastian Haupt werden diese Aspekte treffend herausgearbeitet:

- Haptische Botschaften fallen auf und machen neugierig.
- Sie steigern die Erinnerungsrate durch sensorische Unterstreichung der Markenbotschaft und verstärken das assoziative Netzwerk im Gedächtnis.
- Haptische Codes machen die Werbebotschaft ganzheitlich, stimmig und glaubwürdig.
- Eigenschaften und Nutzen eines Angebotes werden konkret erlebbar - dies steigert den wahrgenommenen Wert eines Produktes.
- Kaufbereitschaft und Preiszahlungsbereitschaft steigen.
- Haptisches Erleben motiviert direkt zum Kauf.
- Motorische Wahrnehmung verstärkt die Kundenloyalität und differenziert Marken.

Was kann diese Aspekte besser berücksichtigen als eine edle Verpackung, eine Luxuskartonage, ein Etui, eine Kassette oder eine Schatulle? Vor allem, wenn sie zeitgemäß, funktional und ästhetisch designed ist.

Solch eine Verpackung mag geringfügig teurer sein als eine Minimallösung, aber meist überwiegen die positiven Aspekte: Das Produkt wird optimal präsentiert, beim Transport geschützt und erhöht darüber hinaus die Bereitschaft des Endverbrauchers, einen angemessenen Preis zu zahlen.

2. Betrachtungen zur Nachhaltigkeit bei Luxuskartonagen bzw. Edelverpackungen

Gegenüber Minimallösungen haben edle und luxuriöse Kartonagen vorab schon einmal einen großen Vorteil in der Nachhaltigkeitsdebatte. Da sie nicht wie viele andere Verpackungen im Hausmüll landen, sondern oft aufgrund ihrer hohen Qualität lange im Haushalt des Verbrauchers aufbewahrt werden, können sie nicht mit „Verpackungsmüll“ assoziiert werden. Beim Verbraucher dienen sie in sekundärer Verwendung der langfristigen Lagerung und Aufbewahrung und werben täglich für die Marke des jeweiligen Verkäufers.

Durch die laufende Beschäftigung mit Nachhaltigkeitsfragen wissen wir alle um die Komplexität dieses Themas. Eine nachhaltige Verpackung kann z.B. dadurch gekennzeichnet sein, dass sie aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, aus Holz bzw. aus Papier und Pappe, aus Gras oder anderen biologischen Stoffen, beispielsweise recyceltem Material. Ein noch wichtigerer Aspekt ist allerdings die Frage, inwieweit eine Verpackung nach der Ausgliederung aus der Nutzungskette die Umwelt belastet. Insbesondere sollten also Fragen der Kompostierbarkeit und Recyclingfähigkeit im Vordergrund stehen.

Wenn aus funktionalen Gründen bei der Konstruktion von Edelverpackungen Kunststoffe eingesetzt werden müssen, sollte beachtet werden, dass eine getrennte Entsorgung möglich ist. Eingesetzte Schaumstoffe oder verformbare Kunststoffe z.B. sollten entnehmbar sein, so dass sie als Wertstoff entsorgt werden können. Oft, aber nicht immer, kann man bei der Konstruktion von Innenausstattungen auch auf Kunststoff verzichten. Auch beim Einsatz von Folien zur Oberflächenveredelung sollte immer geprüft werden, welche Auswirkungen diese Laminierung auf die Recyclingfähigkeit der Verpackung hat.

Seit geraumer Zeit werden bei Luxusverpackungen auch verformbare Teile eingesetzt, die aus Papier hergestellt werden, üblicherweise für Inlays. Hier muss aber sorgfältig geprüft werden, wie z.B. deren Energiebilanz bei der Fertigung aussieht. Vor allem aber muss beachtet werden, wie deren Verhalten bei bestimmten klimatischen Bedingungen ist. Bei welcher Luftfeuchtigkeit versagen sie möglicherweise ihren Dienst und verformen sich? Wie reagieren sie auf Licht und Wärme? Der Einsatz solcher Komponenten kann trotzdem hier und da nützlich sein, allerdings sind die Werkzeugkosten erheblich, so dass sich dieser Werkstoff nur für sehr große Serien rechnet.

Wenn wir bei der Beratung unserer Kunden oder deren Agenturen zusammen mit unseren Designern/ Konstrukteuren das Briefing durchsprechen, stehen solche und andere Fragen zur Nachhaltigkeit (sustainability) immer im Vordergrund. Wir denken Prozesse zu Ende, um zu vermeiden, dass sogenanntes Greenwashing entsteht.


Lange und überflüssige
Transporte sind
zu vermeiden


3. Warum „Made in Germany/ Made in Europe“

BEI HOCHWERTIGEN VERPACKUNGEN?

Wir wollen lange und überflüssige Transporte vermeiden. Da unsere Kunden vorwiegend in Mitteleuropa angesiedelt sind, heißt „Made in Germany“ zunächst einmal Minimierung der Transportwege und der Transportkosten. Dieser Aspekt gewinnt stark an Bedeutung, denn die früheren asiatischen Produktionskostenvorteile bei großen Mengen sind heute deutlich geschrumpft, so dass die langen Transportwege und deren Kosten anteilig stark ins Gewicht fallen und per Saldo Kostenvorteile verschwinden. Denn asiatische Lohnkosten nähern sich immer mehr dem europäischen Niveau an. Hinzu kommen die großen Zeiträume zwischen der Bestellung von Waren und deren Ankunft beim europäischen Käufer, was die Flexibilität stark verringert.

Aktuell wird jedem bewusst, wie empfindlich unsere Wirtschaft auf das Auftreten schon geringfügiger Veränderungen bestehender logistischer Prozesse reagiert. Die Grenzen der Globalisierung werden in Zeiten drohender Epidemien besonders deutlich. Es bietet sich an, zu überdenken, ob hier und da immer noch existierende Kostenvorteile das Risiko der ausbleibenden Belieferung rechtfertigen.

Verbraucher in Europa stellen immer häufiger die Frage, wo die von ihnen erworbenen Produkte herkommen. Solche kritischen Fragen beziehen sich aber nicht nur auf die klimatischen Wirkungen von Transportvorgängen sondern auch auf andere Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit. Stichworte sind z.B. Fair Trade, Umweltverträglichkeit in den Produktionsländern, Fragen der Sozialverträglichkeit (keine Mindestlöhne, Kinderarbeit, unangemessene Produktionsbedingungen). Es muss nicht so sein, dass solche Probleme bei Auslandsproduktion auftreten, aber bei einer deutschen Produktion kommen solche Fragen beim Konsumenten gar nicht erst auf. Der Käufer einer in Deutschland oder der Europäischen Union hergestellten Verpackung kann diesbezüglich ein ruhiges Gewissen haben.

Wie steht es mit der Umweltverträglichkeit verwendeter Materialien? Zu Recht sind mittlerweile die Verbraucher sehr kritisch geworden, wenn es um die Frage der Inhaltsstoffe eingesetzter Materialien geht. In der Europäischen Union gibt es ein dichtes Regelwerk, das den Einsatz gefährlicher oder potentiell gefährlicher Stoffe reglementiert. Daher ist es für uns ein sinnvoller Ansatz, Materialien zur Produktion unserer Verpackungen auch nur in der Europäischen Union und der Schweiz zu beziehen. Zwar mag das gelegentlich ein paar Cent teurer sein, aber das nehmen wir gern in Kauf - im Interesse der Produktsicherheit. Und da uns die Wälder besonders am Herzen liegen, ist es für uns selbstverständlich, dass wir FSC-zertifiziert sind. Es ist zudem auch unmittelbar einsichtig, dass diese Fragen gerade bei solchen Verpackungen eine wichtige Rolle spielen, die möglicherweise im Haushalt des Kunden verbleiben.

Darüber hinaus wird heute vielen Entscheidungsträgern wieder deutlich, was längst vergessen schien, aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Für wirtschaftlichen Erfolg spielt die Beschaffungssicherheit eine entscheidende Rolle. In einer Welt scheinbar unbegrenzter „Globalisierung“ geriet dieser Gedanke ins Hintertreffen. Aber hier beobachten wir einen Wandel. Die Risiken massiver Abhängigkeit von einzelnen Auslandsmärkten werden wieder erkannt und bestimmen das Entscheidungsverhalten. Dies gilt gleichermaßen für alle Produkte und deren Verpackungen.


4. Fazit und Ausblick

Erst die Premiumverpackung macht das Premiumprodukt im Käuferbewusstsein zu dem, was es ist. Sie perfektioniert den Marktauftritt und kommuniziert schon am „point of sale“, was den Kunden nach dem „unboxing“ erwartet. Sie steigert das Wertempfinden und die Bereitschaft des Kunden, angemessene Preise zu zahlen. Und wenn solch eine Verpackung dann auch noch ökologisch in Ordnung ist und zudem das Packgut schützt, sind alle wichtigen Ziele einer guten Edelverpackung erreicht.

Der Entscheidungsprozess bezüglich der sinnvollsten Verpackung ist für den Verpackungsentscheider immer schon durch zahlreiche zu berücksichtigende Punkte gekennzeichnet. Heute ist die Frage der Nachhaltigkeit und des Produktionsstandortes längst eines der entscheidenden Kriterien für ein erfolgreiches Verpackungsmarketing. Die gesellschaftliche Diskussion dieser Aspekte begann im Lebensmittelbereich und ergreift heute weite Bereiche der Gesellschaft und somit auch den Verpackungssektor. Umso wichtiger ist, dass wir alle uns weiter und verstärkt bemühen, den Ansprüchen gerecht zu werden und nicht nachlassen in dem Bemühen, Antworten und ehrgeizige Lösungen zu finden.